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Neue Zürcher Zeitung, 11. Dezember 2007 Englische ArtAdventskonzert des Laudate-ChorsThomas Schacher Unter Händels Oratorien führt das 1740 entstandene Werk "L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato" ein Randdasein. Denn es hat nicht, wie "Saul" oder "Samson", eine spannende Geschichte, sondern eine etwas abstrakt erscheinende Lehre von den Temperamenten zum Gegenstand. Allegro ist der Frohsinn, dem die Welt Lust und Vergnügen bedeutet, Penseroso ist die Melancholie, die ihre Erfüllung durch Versenkung in Philosophie und Religion findet. Diesen beiden Extremen fügte der Textdichter Charles Jennens noch einen dritten Affekt hinzu: Moderato, das Glück der Mässigung und des Ausgleichs. Der Laudate-Chor Zürich unter der Leitung von Michael Gohl führte in seinem Adventskonzert in der Kirche Altstetten lediglich Ausschnitte aus dem Oratorium vor. Der Tenor Raphaël Favre erfüllte die dankbare Rolle des Geniessers mit blühendem Leben und verband in seiner Stimme Flexibilität und Strahlkraft auf das Schönste. Die Sopranistin Martina Fausch gab die besinnliche Melancholikerin mit einer lyrisch geprägten Ausdrucksweise. Eine beglückende Harmonie zwischen den beiden Solisten stellte sich im Duett "As steals the morn upon the night" ein. Die 36 Damen und Herren des Laudate-Chors trugen zur Darstellung dieser Temperamente das Ihre bei und legten im verhalten gesungenen Schlusschor "Thy pleasures, Moderation" nahe, dass die Mässigung etwas näher bei der Melancholie als beim Frohsinn liegt. Die Mitglieder des Orchestre Philharmonique Suisse waren den vokalen Kräften eine sichere Stütze. Für vorweihnächtliche Stimmung sorgten die fünf "Christmas Chorals" des 1944 geborenen Engländers John Tavener. Stilistisch in Anlehnung an Brittens "A Ceremony of Carols" und textlich als volkstümliche Paraphrasierungen der Weihnachtsgeschichte komponiert, entfalten sie eine unmittelbare Wirkung. In diesen A-cappella-Gesängen traten die Qualitäten des Chores noch stärker zutage. Die reine Intonation, die schlichte Darstellungsweise und die gelungenen Pianissimo-Stellen verdienen Bewunderung. Zum Schluss kehrten die Ausführenden mit drei Jubelchören aus dem Oratorium "Solomon" nochmals zu Händel zurück. Und auch hier wirkten die Sangesfreude und die Begeisterung der Sängerschar ansteckend. Zürich, Kirche Altstetten, 9. Dezember. |
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©opyleft Monday 16. Dec 2002, 12:00, by Daniel Schönenberger <dsbg@laudate.ch>
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