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Home > Werke > 2006Maikonzert > Geleitwort Das Konzert beginnt mit der von Franz Schubert in seinem Todesjahr 1828 geschaffenen Kantate „Mirjams Siegesgesang“ (D948). Der vom befreundeten Dichter Franz Grillparzer für Schubert verfasste Text schildert den Auszug des Volkes Israel aus Aegypten durch das Schilfmeer und den Untergang des Heers des Pharao – eine poetische Fassung des von Mirjam, Prophetin und ältere Schwester Mose, angestimmten Lobgesangs. Das dramatische Werk wurde beeinflusst durch die Oratorien Georg Friedrich Händel’s, deren Partituren Schubert in seinen letzten Lebensjahren mit Bewunderung studierte. Das ebenfalls von Grillparzer gedichtete Ständchen (D 920), welches wir in der Fassung für Mezzosopran und Männerchor singen, verbreitet als Kontrast eine intime Biedermeierstimmung. Johannes Brahms hat die Zigeunerlieder (Op. 103) als Hausmusik für ein Solistenquartett aus seinem Freundeskreis geschrieben. Die Texte fand der Wiener Kaufmann Hugo Conrat in einer ungarischen Nationalliedersammlung und liess sie vom ungarischen Kindermädchen seiner Familie, Fräulein Witzl, übersetzen. Die derb-ländlichen Liebeslieder setzte Brahms in feurige Csardas-Rhythmen mit Stimmführungen voller Finessen und herben dynamischen Kontrasten – Eigenschaften, die in der chorischen Aufführung ihre besondere Kraft entfalten. Meisterhaft vertont Robert Schumann die morbid-sinnlichen Stimmungsbilder in der Meerfey und im Wassermann, beide aus den Sammlungen „Gesänge für Frauenstimmen und Klavier“. Im Gegensatz zur teilweise eruptiven Gefühlswelt der deutschen Romantik sind die beiden Chorwerke von Gabriel Fauré typisch für das französische, in Harmonik und Rhythmik gebändigtere Schaffen der Epoche. Dies gilt sowohl für das leicht wogende Madrigal (Op. 35) als auch für die Cantique de Jean Racine (Op. 11), eine Motette nach einer mittelalterlichen, vom französischen Dramatiker aus dem Lateinischen übersetzten Hymne. Zurück |
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©opyleft Monday 16. Dec 2002, 12:00, by Daniel Schönenberger <dsbg@laudate.ch>
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