Missa Dei Patris


In einer Art schöpferischem Aufstand plante Zelenka gegen Ende seines Lebens sechs Missae ultimae. Drei davon sind überliefert. Ernsthaft erkrankt, stellte er die erste davon, die Missa Dei Patris, 1740 fertig. Er überschreibt sie mit: "...diesem grossen Gott gewidmet, dem Schöpfer aller Dinge, dem besten erhabensten Vater..., mit zerknirschtem und verzagtem Herzen (das jener nicht verschmäht) von seinem niedrigsten, demütigsten und unwürdigsten Geschöpf J.D.Z.".

In der Missa Dei Patris ist allerdings nichts von Zelenkas "zerknirschtem Herzen" zu spüren: Dieses strahlende C-Dur-Werk scheint von Freude und Lebenskraft zu überschäumen. Der Reichtum seines musikalischen Ausdrucks, die zeitweise atemberaubende Tonsprache mit verwegener Rhytmik und herber Chromatik, die romantisch ausgreifenden Spannungsbögen, oder - im Gegensatz dazu - die immer neu entwickelten Ausdeutungen eines Textteiles, aber auch die farbige Instrumentation mit virtuos ausgedehnten Vorspielen und Ritornellen, machen die Messe zu einem musikalischen Feuerwerk. Heute als Meisterwerk ersten Ranges anerkannt, berührt es die Zuhörenden aber auch in seiner zutiefst religiösen Aussage.