Domenico Scarlatti 1685-1757
Domenico Scarlatti, der berühmte Sohn des neapolitanischen
Opernkomponisten Alessandro (1660-1725), ist im selben Jahr wie Bach und Händel
zur Welt gekommen - aber über sein Leben wissen wir immer noch sehr wenig. Zu
finden ist er 1701 am königlichen Hof in Neapel.
Ab 1707 hält er sich in Rom auf und ist zunächst an der Kirche Santa Maria Maggiore tätig, später am
Petersdom. Daneben steht er in Diensten der Königin Maria Kasimira von Polen
(1711), für die der sieben Opern schreibt, sowie eines Marquis de Fontes
(1714). Bereits 1708 scheint er Händel in Venedig kennen gelernt zu haben
und mit ihm wetteifert er im Instrumentalspiel.
1719 verlässt er Rom und begibt sich über Palermo 1720 an den portugiesischen Hof von Lissabon; dort erteilt er
unter anderm den Königskindern Instrumentalunterricht und komponiert Vokalwerke
für Theater und Kirche. Als die Prinzessin Maria Barbara den spanischen
Kronprinzen heiratet, folgt Scarlatti ihr 1729 nach Sevilla und verbringt den
Rest seines Lebens in Spanien, wo er vor allem viele brillante und originelle
Klaviersonaten schreibt, die seinen Ruhm begründen.
1738 wird er vom König in den Ritterstand erhoben - ihm widmet er den einzigen, zu seinen Lebzeiten
erschienen Band der "Esercizi per clavicembalo". Das Erdbeben von Lissabon
(1755) zerstört zahlreiche Handschriften unwiederbringlich. - In den letzten
Lebensjahren lernt Scarlatti den berühmten Kastraten Farinelli kennen (und
schreibt vermutlich Arien für ihn).
Zweimal war der Komponist verheiratet: 1728 mit der Römerin
Maria Catarina Gentili, und 1739 mit der Spanierin Anastasia Maxarti Ximenes.
Neun seiner Kinder wurden ebenfalls Musiker.
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