Ein Chor mit starken Wurzeln

 

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Laudate Chor - Historie Anfangs der 70er Jahre gründete Sonja Sieber, Sängerin und Gattin von Ernst Sieber, dem damaligen Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich-Altstetten, einen Singkreis als Ansing-Chor. Dieser bestand aus etwa 12 bis 16 Mitgliedern und erhielt bald den Namen Laudate Chor. Der Chor sollte hauptsächlich den Gemeindegesang im Gottesdienst unterstützen und diesen durch mehrstimmige Aufführungen von Kirchenliedern und Respondgesang bereichern.

Deklariertes Ziel des Laudate Chores unter der Leitung von Frau Sieber war es, das Wort Gottes mittels guter Musik zu verkünden, zum Lob und Preis des Schöpfers zu singen und miteinander das Gebet zu pflegen. Das Repertoire bestand in dieser Zeit vorwiegend aus klassischer geistlicher Musik.

Später erweiterte der Chor sein Repertoire mit Motetten und grösseren Chorwerken der Romantik, es kamen aber auch aktuelle Lieder und Gospelsongs hinzu. Der Wille wuchs, auch anspruchsvollere Musik zu machen und ein schwierigeres Repertoire anzugehen. Der Chor entwickelte sich in dieser Zeit vom Singkreis zu einem Kammerchor von 40 bis 50 Leuten und gab regelmässig 2 bis 3 Konzerte pro Jahr. Beim Einstudieren und Aufführen von klassischer Kirchenmusik für Chor, Vokalsolisten und Orchester wurde jeweils der Kantor der ref. Kirche Altstetten, Robert Appert, als Dirigent verpflichtet.

Anfangs der achtziger Jahre wurden hauptsächlich geistliche Chorwerke der Romantik mit grossem Orchester aufgeführt. Zusätzlich organisierte der Laudate Chor jeweils im Sommer ein Serenadenkonzert vor der Kirche Altstetten zusammen mit Instrumentalgruppen (z.B.Streichquartetten), auch unter Einbezug von Amateurmusikern aus dem Publikum. Diese Art von Freilichtaufführungen fand grossen Gefallen.

Im Jahr 1987 engagierte Sonja Sieber zum ersten Mal Michael Gohl für die Direktion der Krönungsmesse von Mozart. Daraufhin übergab sie ihm immer mehr Leitungs- und auch Probenaufgaben, bis sie 1989 die Geschicke ganz in seine Hände legte. Bei ihrem Abgang wünschte sich Frau Sieber, dass der Laudate Chor - seinem Namen getreu - noch lange weiter lebe und wirke.

Unterstützt von der reformierten Kirchgemeinde Zürich-Altstetten, setzte der Laudate Chor seine Konzert- und Auftrittstradition fort. Mit der Einladung des Tallinner Kammerchores 1989 pflegte der Laudate Chor menschliche und musikalische Kontakte über die Landesgrenzen hinaus. 1991 musizierte er zusammen mit dem British Chamber Choir 1991 Werke von William Byrd und die schweizerische Erstaufführung des Dona Nobis Pacem von Ralph Vaughan Williams, und 1992 lud er das junge Chamber Orchestra der Royal Academy London zur Begleitung ein.

Zur Entwicklung des besonderen Laudate Chor-Klanges trug seit 1992 wesentlich Annelise Ritzmann, Sängerin und Pianistin, als Stimmbildnerin und Korrepetitorin bei. Während schon damals viele Sängerinnen und Sänger privat Stimmbildung genossen, liessen sich durch Annelise Ritzmann auch die restlichen Chormitglieder davon überzeugen, wie bereichernd und hilfreich es ist, das eigene Instrument regelmässig zu pflegen und zu entwickeln. Mit ihrer Mitarbeit einigte sich der Chor auf die Verpflichtung aller Mitwirkenden, an der Pflege der eigenen Stimme auch neben den Chorproben zu arbeiten. Parallel zu den Chorproben wird seit dann auch regelmässig Stimmbildung in Kleingruppen angeboten. Diese Aufgabe übernahmen die Sopranistin Sarah Maeder und der Bariton Thomas Moser nach dem leider allzu frühen Hinschied von Annelise Ritzmann im Jahr 2005. 

Das sich immer mehr Chormitglieder als MusiklehrerInnen oder nebenberuflich zu ChorleiterInnen ausbilden liessen, trug ebenfalls zur Qualitätssteigerung bei. Diese AssistentInnen unterstützen den Chorleiter durch Leitung der Registerproben. Mit der Qualität stiegen aber auch die künstlerischen Ansprüche.

Neue Ideen tauchten auf: Musik nicht nur zu „musizieren“, sondern zur Vertiefung des Inhaltes und Intensivierung des Ausdruckes auch szenisch darzustellen. Ein erster Versuch mit einer halbszenischen Aufführung von Händels „Solomon“ unter der Regie von Andreas Zihler weckte die Neugier auf weitere Projekte. Mit Jeannot Hunziker konnte ein idealer Regisseur gewonnen werden. Die mit ihm inszeniert und auswendig aufgeführten Oratorien „Die Jahreszeiten“ von Haydn und „Johannes-Passion“ von Bach erreichten ungeahnte Intensität sowohl bei den Zuhörenden als auch bei den Aufführenden und vertieften die Gemeinschaft im Chor nachhaltig.

Die Kooperation mit dem Berner Gabrieli-Chor und seinem Dirigenten Hans Gafner setzte neue Akzente. Ein grosses mehrchöriges Projekt, das Werke von der Renaissance bis zur Avantgarde des 20. Jahrhunderts umfasste, zog viel Publikum an. Sämtliche Soloeinlagen konnten mit eigenen Kräften ausgeführt werden. Im Jahr 2004 wurde gemeisam die Marienvesper von Claudio Monteverdi einstudiert und im Berner Münster und Zürcher Grossmünster mit grossem Erfolg aufgeführt. Für beide Projekte erwies sich die auf historischen Instrumenten musizierende Freitagsakademie als idealer Klangpartner.

Mit Haydns Schöpfung im Dezember 2003 führten wir unsere Tradition von szenischen Aufführungen weiter. Im Juni 2004 wurde das Stabat Mater für Chor und Cello (Solo) des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Knut Nystedt zusammen mit dem deutschen Meistercellisten Julius Berger aufgeführt.

Die virtuose Missa Dei Patris von Jan Dismas Zelenka, eines wenig bekannten Zeitgenossen von J.S. Bach, erklang zusammen mit dem Ensemble 415 im Dezember 2005 und wurde von den Musikkritikern der NZZ und des Tages-Anzeiger positiv kommentiert.

Doch alle diese Grossanlässe verlangen neben individuellem Einsatz von Körper und Stimme unendlich viel Arbeit – organisatorische und logistische – die in aller Stille „hinter den Kulissen“ geleistet wird. Sie werden ermöglicht durch das grossartige idealistische Engagement vieler Chormitglieder sowie das umsichtige und tatkräftige Wirken von Vorstand und Chorpräsident Peter Daniels (seit 1991).

Eine Aufstellung aller Werke des Chores finden Sie unter "Die Werke" rechts in der Navigation.

 

Besondere Anliegen des Laudate Chores sind:

  • die Kraft der Musik im allgemeinen, sowie die Kraft der geistlichen Musik im besonderen zum Wohle aller zu verbreiten durch gelebtes und inspirierendes Musizieren von Werken aus allen Epochen
  • alle Bevölkerungskreise mit qualitativ guter und gut gesungener Musik zu erreichen
  • eine sinnvolle und innovative Verbindung von Wort und Musik in Gottesdiensten, musikalischen Andachten und anderen besinnlichen Anlässen anzustreben
  • eine Erweiterung des Repertoires mit weltlicher Musik und zeitgenössischen Werken
  • Kulturaustausch über die Landesgrenzen hinaus

Zürich-Altstetten, August 2006
Der Vorstand

Impressum

©opyleft Monday 16. Dec 2002, 12:00, by Daniel Schönenberger <dsbg@laudate.ch>
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